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Halten ETFs was sie versprechen?

Exchange Traded Funds oder kurz ETFs konnten in den letzten Jahren einen wahren Boom verzeichnen. Über 5 Billionen Dollar sind weltweit in den zumeist passiv gemanagten Fonds angelegt. Tatsächlich bieten Anteile an ETFs einige Vorteile. Die Anteile sind vor allem günstig zu haben und die Anlagen weisen durch die Investition in einen „gesamten Markt“ eine gute Risikomischung auf.
Es gibt jedoch auch Risiken. Das gilt zwar für fast jede Geldanlage, jedoch könnte das schiere Volumen der ETFs zum Problem werden. Auch die Laufzeit birgt für Anleger Risiken.

Was sind ETFs genau?
ETFs sind Indexfonds, die versuchen, einen Index wie den DAX oder den S&P 500 möglichst exakt nachzubilden. Mit dem Geld der Anleger werden also im Idealfall alle im Index vorhandenen Aktien gekauft, sodass sich der Kurs des ETFs genauso entwickelt wie der Index selbst. ETFs werden außer auf Aktienindizes auch auf Renten-, Rohstoffe und viele andere Basiswerte angeboten. ETF auf Teilmärkte wie Versorgungs- oder Energiemärkte sind ebenfalls erhältlich.

Der Nachbildung eines Index erfolgt in der Regel computergestützt, sodass die Gebühren beim Kauf von Anteilen gering sind. Manche ETFs kaufen die Aktien nicht selbst, sondern bilden den Index mit derivativen Finanzinstrumenten nach. Eine besondere Form von ETFs sind ETF-Sparpläne. Diese bieten Kleinanlegern durch monatliche Einzahlung kleiner Beträge an den Marktentwicklungen zu partizipieren.

Was passiert, wenn die Kurse stark fallen?
Vielfach wird irrtümlich angenommen, dass ETFs in einer Krise ständig Aktien verkaufen müssen, um den Index weiterhin abzubilden. Das ist nicht der Fall. ETFs kaufen und verkaufen die zugrundeliegenden Basiswerte nur dann, wenn neue Anleger Anteile zeichnen und zurückgeben. Das Problem ist, dass Anleger nicht selbst bestimmen können, welche Aktien sich im Fonds befinden. Sie können also nur passiv abwarten, wie sich ein Index entwickelt oder ihre Anteile zurückgeben.

In einer Krise wäre es durchaus denkbar, dass eine gewisse Panik ausbricht und sehr viele Anleger auf einmal Anteile zurückgeben wollen. Das würde tatsächlich einen bestehenden Abwärtstrend verstärken. Das wäre zwar auch bei einer normalen Aktienanlage der Fall, jedoch könnte wegen des riesigen Volumens der in ETFs gebundenen Aktien zu zusätzlichen Verwerfungen kommen. Der „Härtetest“ steht jedoch noch aus. Bei der letzten großen Lehman-Krise in 2008 war der Marktanteil der ETFs noch gering.

Das Laufzeitende könnte mitten in ein Kurstief fallen
Das für ETF-Anleger wohl größte Risiko besteht, dass zum Zeitpunkt, in dem das Geld benötigt wird, die Kurse auf einem sehr niedrigen Niveau liegen. Wer beispielsweise mit 65 in Rente geht und sich das Geld aus seinen ETFs auszahlen lassen will, kann also keineswegs damit planen, dass ein neues Allzeithoch erreicht wird. Das Problem ist auch hier die passive Anlage ohne die Möglichkeit einzelne schlecht laufende Aktien aus dem Depot herauszunehmen.

Anleger sollten ihr Depot daher mindestens einmal im Jahr prüfen und gegebenenfalls einen höheren Anteil in weniger riskante Anlagen wie Tagesgeld anlegen. Das gilt übrigens auch dann, wenn vorzeitig Geld benötigt wird, etwa weil eine dringende Reparatur oder Anschaffung anfällt. Hier könnte überlegt werden, ob eine kurzfristige Finanzierung zur Überbrückung, etwa bei der Vexcash AG günstiger ist.

Was also tun?
Grundsätzlich sollten Sparer nicht alles auf eine Karte setzen. Das gilt bei Aktienanlagen und auf bei ETFs. Auch wenn es derzeit niedrige Zinsen gibt, kann ein Teil des Geldes in Tagesgeld oder kurzlaufendes Festgeld angelegt werden. Der Vorteil: Das Geld ist verfügbar und bis zu einer gewissen Höhe durch die staatliche Einlagensicherung abgesichert.

Sie haben Fragen zum Thema ETF oder Aktienfonds?
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Ihr
Wolfgang Ruch

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