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Workation 2026 – Kenia – Wenn Helfen sich anfühlt wie Heimkommen

Einmal im Jahr geht es mit Freunden nach Kenia. Was ursprünglich als einzelne Reise begann, ist inzwischen zu einer festen Tradition geworden. Und jedes Mal fühlt es sich an wie ein kleines Stück „nach Hause kommen“. Es sind nicht nur die vertrauten Wege oder die bekannten Gesichter. Es sind die Begegnungen, die Umarmungen, das ehrliche Lachen der Kinder – und dieses besondere Gefühl, willkommen zu sein.

In den vergangenen Jahren sind mehrere kleine Sozialprojekte entstanden. Keine großen Organisationen, keine komplizierten Verwaltungsstrukturen, sondern direkte Hilfe vor Ort. Persönlich. Transparent. Überschaubar. Gerade das macht den Unterschied. Man sieht unmittelbar, was Unterstützung bewirkt. Man erlebt, wie aus einer Idee eine Initiative wird – und wie daraus echte Perspektiven entstehen.

An dieser Stelle ein besonderer Dank an meinen „Spender-Freundeskreis“ die mir jedes Jahr Geld mitgeben, um dort die Projekte zu unterstützen. Jeder Euro kommt 1:1 an und ich überzeuge mich persönlich von der Umsetzung.

Ein besonders bewegender Moment war unser Besuch in der Grundschule in Vishakani. Dieses Projekt unterstützen wir nun schon seit dem letzten Jahr. Zu sehen, wie sich alles entwickelt hat, ist beeindruckend. Noch berührender ist jedoch der Empfang durch die Kinder. Sie laufen uns entgegen, lachen, umarmen uns – und man spürt sofort: Sie wissen, wer wir sind. Diese Augenblicke lassen sich schwer in Worte fassen. Es sind Momente echter Dankbarkeit und Verbundenheit. Nicht, weil wir „Helfer“ sind, sondern weil über die Jahre eine Beziehung gewachsen ist. Vertrauen. Nähe. Respekt.

Mein persönliches Herzensprojekt bleibt dennoch das Fußballprojekt von Lydia. Die Idee ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Kinder werden über den Fußball zusammengebracht. Doch es geht um weit mehr als nur um Sport. Zwischen Trainingseinheiten und kleinen Turnieren lernen die Kinder ganz nebenbei wichtige Grundlagen wie Hygiene, Gesundheitsbewusstsein, die Bedeutung von Schulbildung, Disziplin, Verlässlichkeit und Teamgeist. Fußball ist hier das verbindende Element – die gemeinsame Sprache, die alle verstehen. Über den Sport erreichen die Betreuer die Kinder oft besser als über jedes Klassenzimmer.

Eigentlich sollte es nur ein kleines Freundschaftsspiel werden. Bei „kühlen“ 35 Grad habe ich ganze drei Minuten auf dem Platz durchgehalten. Danach war klar: Zuschauen ist manchmal die klügere Entscheidung. Die Jungen und Mädchen hingegen spielen Turniere mit jeweils zehn Minuten Spielzeit – mit vollem Einsatz, beeindruckender Ausdauer und einer Leidenschaft, die ansteckt.

Was uns besonders bewegt hat: Viele der Kinder hatten an diesem Morgen noch nichts gegessen. Also haben wir Wasser, Milch und Toast mitgebracht. Für uns wirkt das wie eine Kleinigkeit. Dort bedeutet es sehr viel. Man merkt sofort, wie dankbar die Kinder sind. Es geht nicht nur um den Snack selbst, sondern um die Wertschätzung, die dahintersteht. Jemand denkt an sie. Jemand kümmert sich.

Diese Reisen machen deutlich, wie viel mit vergleichsweise kleinen Mitteln möglich ist. Unterstützung muss nicht kompliziert sein, um wirksam zu sein. Jeder Beitrag fließt direkt in die Projekte – in Ausrüstung, Verpflegung, Schulmaterial oder Organisation. Ohne Umwege. Ohne Verwaltungskosten. Genau das schafft Vertrauen.

Natürlich wäre es vermessen zu glauben, man könne mit einzelnen Projekten die strukturellen Herausforderungen eines Landes vollständig lösen. Wir werden die Armut in Kenia nicht beenden. Aber wir können das Leben einzelner Kinder positiv beeinflussen. Und genau darin liegt der Unterschied.

Wenn ein Kind durch den Sport Selbstvertrauen gewinnt. Wenn es regelmäßiger zur Schule geht. Wenn es lernt, Verantwortung zu übernehmen und Teil einer Gemeinschaft zu sein. Wenn es merkt: „Da glaubt jemand an mich.“ Dann entsteht Veränderung. Leise. Nachhaltig. Echt.

Vielleicht ist es genau dieses Gefühl, das uns jedes Jahr zurückkehren lässt. Zu sehen, wie Kinder wachsen. Zu erleben, wie kleine Impulse große Wirkung entfalten. Und zu wissen, dass Engagement nicht groß sein muss – sondern ehrlich.

Mit kleinen Mitteln. Aber mit großer Wirkung.

Und am Ende bleibt ein Gedanke, der stärker ist als jede Statistik: Das Leben einzelner Kinder positiv zu verändern – das fühlt sich einfach richtig gut an.

Ihr
Wolfgang Ruch

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