Auch in diesem Jahr war ich wieder für zwei Tage auf dem Fondskongress in Mannheim – zwei Tage, die es wirklich in sich hatten: vollgepackt mit spannenden Vorträgen, fundierten Analysen zur Weltwirtschaft und vielen Einschätzungen darüber, wie sich aktuelle Entwicklungen auf die Kapitalmärkte auswirken können.
Gerade in Zeiten, in denen sich politische Entscheidungen, Inflationsentwicklungen, Zinszyklen und geopolitische Konflikte immer schneller auf Börsenkurse auswirken, ist eines wichtiger denn je: den Blick über den Tellerrand zu behalten und aus erster Hand zu verstehen, was in der Fondsbranche wirklich passiert.
Kapitalmärkte verstehen – statt nur Schlagzeilen zu folgen
Neben den großen Vorträgen und Podiumsdiskussionen liegt für mich der eigentliche Wert solcher Veranstaltungen vor allem in den Gesprächen abseits der Bühne:
Ich hatte wieder mehrere Einzel- und Kleingruppengespräche mit Fondsmanagern – insbesondere zu den Investmentfonds, die ich auch für meine Kunden in der Beratung nutze.
Denn genau hier zeigt sich, was man aus einem Factsheet oder einer Monatsübersicht eben nicht herauslesen kann:
- Wie werden Anlageentscheidungen im Tagesgeschäft tatsächlich getroffen?
- Welche Prozesse und Kontrollmechanismen gibt es?
- Wie reagiert das Team bei Marktstress?
- Und ganz zentral: Welche Gründe stecken hinter einer starken Performance?
Performance ist nicht alles – entscheidend ist die Wiederholbarkeit
Ein Fonds kann in der Vergangenheit hervorragend gelaufen sein – aber als Berater reicht mir das nicht. Mich interessiert vor allem die Frage: War das eine außergewöhnliche, einmalige Phase – oder steckt dahinter ein solides Konzept, das sich auch in Zukunft bewähren kann?
Gerade bei Fonds gilt häufig: Nicht jede gute Rendite ist automatisch ein Qualitätsmerkmal.
Manchmal profitieren Fonds auch von kurzfristigen Trends, Sonderentwicklungen oder einem zufälligen Timing.
Deshalb sind die Gespräche mit Fondsmanagern so wertvoll:
Sie helfen dabei, die langfristige Qualität eines Fonds besser einzuschätzen – und das ist am Ende entscheidend für eine verantwortungsvolle Auswahl.
Der wichtigste Schritt folgt nach dem Kongress: die Nacharbeit
Nach zwei intensiven Tagen kommt der nächste – mindestens genauso wichtige – Teil:
Die vielen Informationen müssen ausgewertet, eingeordnet und auf die eigene Fondsselektion übertragen werden.
- Gespräche analysieren und dokumentieren
- Fondsstrategien kritisch prüfen
- Aussagen mit Fakten und Zahlen abgleichen
- und am Ende die wichtigste Frage stellen:
Passt dieser Fonds weiterhin zu meinen Kunden – und zu ihrer persönlichen Risikoneigung?
Denn genau darum geht es am Ende:
Meine Kunden sollen Investmentfonds im Depot haben, die nicht nur „gut aussehen“, sondern auch langfristig sinnvoll sind – und vor allem zur Strategie und Risikoklasse passen.
Ihr
Wolfgang Ruch
