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Lohnt eine Immobilie als Anlageform?

scale-210-210-03_191877567_2Weil Immobilien seit jeher als krisensichere Anlage gelten, sind sie derzeit außerordentlich begehrt. Gemäß einer Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK halten 77% der Deutschen ein Haus für eine sehr gute Investition. Dabei suchen Anleger zuletzt insbesondere Schutz vor den Auswirkungen der Euro-Krise. Allerdings lohnt sich das Betongold nicht grundsätzlich für jeden.

Immobilien sind oftmals ein lohnendes Investment

Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten stehen bewährte und sichere Anlageprodukte im Fokus der Investoren. Seit vielen Jahren gelten Immobilieninvestments als wertbeständig und krisensicher. Gemäß Untersuchungen des Verbrauchermagazins Stiftung Warentest erfreuen sich Häuser und Eigentumswohnungen zu Recht ungebremster Beliebtheit, da die Chance groß ist, dass sich ein Immobilienerwerb langfristig rechnet. Die Experten kamen zu dem Ergebnis, dass ein Immobilienkäufer im Vergleich zu einem Vermögensanleger auf lange Sicht mehr aus seinem Geld macht. Attraktiv ist eine Investition in das eigene Heim nicht zuletzt aufgrund der historisch niedrigen Zinsen für Immobilienkredite.

Wertsteigerungen lassen hohe Renditen erwarten

Ein weiterer Vorteil einer Kapitalanlage in Immobilien ist der langfristig zu erwartende Wertzuwachs. In vielen deutschen Städten sind die Immobilienpreise binnen weniger Jahre um zweistellige Prozentbeträge gestiegen. Ob der Immobilienwert allerdings tatsächlich steigt, hängt vor der Marktentwicklung und insbesondere der Lage ab. Befindet sich die Wohnanlage in einem ruhigen Gebiet am Stadtrand mit guter Infrastruktur, wie Kindergärten, Schulen und Freizeiteinrichtungen sowie guter Verkehrsanbindung zur City, hat dies stets positive Auswirkungen auf den Wert der Immobilie. Besonders attraktiv sind Objekte in den Metropolregionen, in denen eine große Nachfrage nach Wohnraum auf einen geringen Neubau trifft. Denn dieser Umstand lässt auf steigende Mieten und Verkaufspreise hoffen. Häuser und Wohnungen im ländlichen Raum haben dagegen in der Vergangenheit Werteinbußen hinnehmen müssen. Die Lage der Immobilie beeinflusst damit entscheidend die Rendite dieser Geldanlage.

Immobilienerwerb birgt auch Risiken

Als Nachteile dieser Geldanlage gelten zunächst die oftmals hohe Verschuldung und die langfristige Bindung des Kapitals. Dies erfordert eine genaue Kalkulation der Finanzierung, wobei die Raten nicht allzu hoch ausfallen sollten. Im Falle einer Eigentumswohnung können kostenintensive Beschlüsse der Eigentümergemeinschaft die Investition deutlich verteuern. Darüber hinaus kann gerade ein Hausbau in einem Neubaugebiet mit schwer kalkulierbaren Kosten einhergehen und damit eine große finanzielle Belastung darstellen.

Im Falle einer Vermietung lassen sich Vor- und Nachteile folgendermaßen zusammenfassen:

Vorteile

– Gute Chancen auf Wertsteigerungen in Metropolregionen
– Spätere Eigennutzung des Objekts möglich
– Anleger profitieren von konstanten Mieteinnahmen
– Finanzierung zu niedrige Kreditzinsen möglich

Nachteile

– Keine Risikostreuung, da viel Kapital unflexibel in einer Immobilie gebunden ist
– Gefahr von Preisblasen in Großstädten
– Beim Kauf sind fundierte Kenntnisse über Lage, Beschaffenheit und Verträge vorteilhaft
– Kosten durch Instandhaltung, etwa aufgrund energetischer Sanierung , und Verwaltung können bei älteren Gebäuden hoch ausfallen

Alternative Anlageformen

Neben dem Direktinvestment besteht für Anleger auch die Möglichkeit, indirekt in Immobilien zu investieren. In diesem Sinne stehen folgende Möglichkeiten mit den entsprechenden Vor- und Nachteilen zur Auswahl. (anbei einige Beispiele, die keine konkrete Anlageberatung sind)

Geschlossene Fonds

Hierbei beteiligen sich Anleger für einen festgelegten Zeitraum an einen Fonds. Hat dieser genügend Geld eingesammelt, erwirbt dieser eine oder mehrere Immobilien. Bis zur Veräußerung des Objekts ist das Kapital in aller Regel gebunden. Beim Kauf geschlossener Immobilienfonds gehen Anleger eine unternehmerische Beteiligung ein und haften somit für den Fall, dass sich der Fonds schlecht entwickelt.

Vorteile

– Oftmals attraktive Zinskonditionen
– Beteiligung zumeist ab 10.000 Euro möglich

Nachteile

– Teilweise hohe Gebühren
– Verkauf der Anteile vor Laufzeitende nur schwer möglich
– Produkte und Anbieter werden nur eingeschränkt überwacht
– Risikostreuung kaum gegeben
– Anleger geht mit Teilhaberschaft ein unternehmerisches Risiko ein

Offene Immobilienfonds

Solche Fonds legen ihr Geld in Lagerhallen, Hotels, Einkaufszentren sowie Bürogebäuden und nicht in Mietshäuser an. Gewinne werden durch die Mieteinnahmen sowie den Verkauf der Immobilie erzielt. Durch den Kauf von Anteilsscheinen können Anleger zudem von einer jährlichen Ausschüttung und vom Wertanstieg profitieren. Über viele Jahre galten Offene Immobilienfonds als die sichere Geldanlage schlechthin. Im Zuge der Finanzkrise mussten jedoch zahlreiche Fonds zum Nachteil der Anleger abgewickelt werden.

Vorteile

– Jährliche Gewinnausschüttung
– Gute Risikostreuung
– Anteilsscheine bereits ab 50 Euro erhältlich

Nachteile

– Neue gesetzliche Regelungen schränken Flexibilität ein
– Nicht wenige Fonds leiden noch unter den Folgen der Finanzkrise

Immobilienaktien 

In Beton und Backstein können Anleger auch über den Wertpapierkauf börsennotierter Immobiliengesellschaften investieren. Die Unternehmen handeln mit Gewerbe- und Wohnimmobilien oder halten solche im Bestand um die Mieteinnahmen zu kassieren. Sogenannte REITs stellen eine besondere Form von Immobilienaktien dar. Die Gewinne werden dabei zum Großteil nicht versteuert, sondern als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet. Eine Anlage in Immobilienaktienfonds kann sowohl in in- wie auch ausländische Papiere erfolgen. (Diese Anlageform wird nicht durch uns beraten, da für eine Beratung in Einzelaktien eine Zulassung gem. KWG notwendig ist – Bankenzulassung)

Vorteile

– Zahlreiche Unternehmen schütten jährlich Dividenden aus
– Zumeist gute Risikostreuung, vor allem bei Immobilienaktienfonds
– An- und Verkauf jederzeit möglich
– Im Vergleich zum direkten Wohnungskauf Fondsanteile bzw. Aktien erheblich günstiger

Nachteile

– Börsenkenntnisse sind oft erforderlich
– Wert der Aktien bzw. des Fondsanteile kann stark schwanken

Fazit

Inwiefern eine Geldanlage in Immobilien sinnvoll ist, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Prinzipiell hat jede Form der Kapitalanlage seine eigenen Vor- und Nachteile. Doch trotz der Risiken ist und bleibt eine Investition in Immobilien eine attraktive Anlageoption, die unter Beachtung gewisser Grundregeln eine interessante Rendite verspricht. Um im Zusammenhang mit einer solchen Geldanlage nicht den Überblick zu verlieren und die Entwicklung stets im Auge zu behalten, ist eine passende Software unerlässlich. Damit lassen sich Ihre privaten Finanzen und Immobilien ganz einfach verwalten. Oder Sie fragen Ihren Finanzberater.

Ich wünsche Ihnen eine hohe, sichere Rendite für die Zukunft.
Ihr
Wolfgang Ruch

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