Ruch Finanzberatung

Gesellschaft für private Finanzplanung

Wie sicher ist mein Geld? Teil 1

Regelmäßig erreichen mich Anfragen zur Sicherheit der Geldanlagen. Daher fasse ich hier einmal dieses Thema zusammen:

Grundsätzlich ist zwischen Investmentfonds und Spareinlagen (Tages-, Festgeld und Sparbücher) zu unterscheiden:

Investmentfonds: Egal ob Aktienfonds, Rentenfonds und andere Arten von Investmentfonds, die Sie in ihrem Depot liegen haben. Diese fallen grundsätzlich nicht in die Insolvenzmasse einer Bank, da es sich um Sondervermögen handelt. Die Bank ist nur Verwahrstelle und ist auch nicht für die Wertentwicklung verantwortlich.

Spareinlagen: Darunter fallen Tagesgeld, Festgeld, Sparbücher und auch das Girokonto. (Achtung: Bankanleihen gehören nicht dazu, sondern sind haftendes Eigenkapital der Bank!!!) Geht die Bank in Insolvenz, dann kann der Kunde seine Ansprüche beim Insolvenzverwalter anmelden und würde nur einen Teil seines Geldes aus der Insolvenzmasse zurückerhalten. Damit das Geld der Kunden gesichert ist, gibt es 2 Einlagensicherungssysteme, die eine Rückzahlung / Garantie auf das Geld zusichern.

Unterschieden wird bei den Einlagensicherungssystemen zwischen der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) und der des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB)

EdB: Die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken sichert die auf europäischer Ebene geregelte Sicherung der Spareinlagen deutscher Banken ab. Aktuell besteht für jeden Kunden eine Einlagensicherung von 100.000,- Euro pro Kunde und Bank. (früher waren es einmal 90% von 20.000,- Euro). Diese Einlagensicherung wurde nach der Bankenkrise 2008 in ganz Europa einheitlich geregelt und auf die neuen Summen erhöht.

BdB: Der Bundesverband deutscher Banken ist ein zusätzlicher privater Zusammenschluss von Banken, welche die Einlagen der Kunden oberhalb von 100.000,- Euro sichern möchten. Hier sind aktuell mind. 1,5 Mio. Euro pro Kunde abgesichert. (Achtung: neu beigetretene Banken zu diesem Zusammenschluss in den ersten Jahren nur 250.000,- Euro pro Kunde)

Die Deutsche Bank schützt die Anlagen pro Kunde aktuell mit  ca. 11 Mrd. Euro für den Fall der Insolvenz der Bank. 

Übrigens: Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken haben jeweils einen eigenen Sicherungsverbund und sind nicht Mitglied im BdB.

Problem: Die Höhe der Rücklagen des Bundesverbandes deutscher Banken ist ein großes Geheimnis und wird nicht veröffentlicht. Durch die Pleite der relativ kleinen deutschen Niederlassung von Lehmann Borthers im Jahr 2008 mit ca. 6 Mrd. Euro war die Einlagensicherung scheinbar bereits leer. Wie hier eine Insolvenz eines größeren Institutes aufgefangen werden soll ist mir völlig unklar. Alle Mitglieder müssten dann Sonderumlagen bezahlen und könnten dadurch selber in Insolvenz geraten – ein Dominoeffekt…

Auf jeden Fall nicht betroffen wäre man durch Geldmarktfonds, da es sich hier um Sondervermögen handelt –nur werfen diese aktuell so gut wie keine Zinsen ab.

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