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Versicherungen für Mieter — Welche lohnen sich wirklich?

Mieter binden ihr eigenes Obdach an ein kompliziertes rechtliches Verhältnis. Entsprechend wichtig ist es, dass alle Bedingungen und Kriterien bereits im Vorfeld klar formuliert werden. Denn nur unter dieser Voraussetzung lässt sich sicher in die Zukunft blicken. Hierzu gehört der Abschluss bestimmter Versicherungspolicen. Doch welche davon sind für Mieter unverzichtbar, und welche können lediglich als optional angesehen werden?

Die private Haftpflichtversicherung

Nicht nur als Mieter ist eine private Haftpflichtversicherung von großer Bedeutung. Eine Privathaftpflicht deckt Schäden ab, die der Versicherte an fremdem Eigentum verursacht. In guten Verträgen sind auch Mietsachschäden inklusive. Da bereits eine simple Unachtsamkeit zu hohen Kosten führen kann, schützt die Versicherung die Person im Zweifel vor dem finanziellen Ruin. Versichert sind z.B. Löcher im Parkettboden oder ein Wasserschaden durch eine ausgelaufene Waschmaschine. Ob die Hinterlassenschaften von Katze und Hund abgedeckt sind, hängt vom gewählten Tarif ab. Moderne Tarife decken bereits Schäden in Höhe von mehreren Millionen Euro ab. Einfache Policen mit den wichtigsten Leistungen gibt es bereits ab ca. 30 Euros für Singles und ab 50 Euro für Familien mit Kindern.

Der Mietrechtschutz

Zwischen Mieter und Vermieter kann es immer wieder zu sensiblen Streitigkeiten kommen. Bietet sich nicht die Gelegenheit, durch eine geschickte Kommunikation eine Lösung zu forcieren, werden die Debatten eines Tages womöglich vor Gericht ausgetragen. Die hohen Kosten, die im Rahmen des Verfahrens entstehen, müssten vom Mieter selbst getragen werden, sofern er über keine entsprechende Versicherung verfügt, und das Verfahren nicht für sich entscheiden kann. Die Mietrechtsschutzversicherung dient hier als wichtiger und wertvoller Puffer, der im Notfall die entstandenen Kosten übernimmt.
Auch der Rechtschutz gehört in in jedes Versicherungsportefolio eines Mieters. Nicht zuletzt wegen dem guten Preis-Leistungsverhältniss sollte darauf nicht verzichtet werden. Bereits ab 80 Euro Jahresbeitrag gibt es Policen mit unbegrenzter Deckungssumme. Beim Abschluss sollten Mieter auf einige wichtige Punkte achten.

Die Hausratversicherung

Im Hinblick auf die persönliche Einrichtung der Wohnung spielt die Hausratversicherung eine wichtige Rolle. Sie greift in Fällen, in denen Sturm, Feuer, Diebstahl, Leitungswasser oder Einbruch Schäden verursachen. In Extremfällen können finanzielle Belastungen bis in den sechsstelligen Bereich entstehen, was es im eigenen Interesse vermieden werden sollte.

Zudem ist die Hausratversicherung dazu geeignet, Einrichtungs-, Gebrauchs- und Verbrauchsgegenstände zu versichern. Dies umfasst grob gesagt alle Elemente des Hauses, die nicht fest mit dem Haus verbunden sind. Da Mieter ohnehin nur für diesen Bereich die wirtschaftliche Verantwortung tragen, stellt die Hausratversicherung in der Regel eine sinnvolle Ergänzung des eigenen Portfolios dar, die nur moderate Kosten nach sich zieht.

Ein Abschluss kann in bestimmten Fällen sinnvoll sein. Letztlich hängt es davon ab, wie hochwertig die Wohnungsausstattung ist, und ob man in der Lage ist, die Gegenstände im Schadensfall neu zu beschaffen. Die Höhe der Kosten hängt von der versicherten Schadenssumme ab, weshalb eine Angabe zur Beitragshöhe eher schwierig ist.

Die Glasversicherung

Hierbei handelt es sich im Grunde nicht um eigene Versicherungspolice. Die Glasversicherung wird i.d. Regel als zusätzlicher Baustein der Hausrat angeboten. Sie soll an dieser Stelle dennoch erläutert werden, da man als Mieter häufig vor der Entscheidung steht, ob sich der Extra-Beitrag lohnt oder nicht.

Die Police deckt alle Schäden ab, die im Zusammenhang mit Glasbruch innerhalb der eigenen Wohnung stehen. Gemeint sind also nicht die Fensterscheiben des Hauses, sondern z.B. eine Glasvitrine, eine Innentür aus Glas, eine teure Vase oder ein Cerankochfeld. Ob sich die Zusatzpolice lohnt, hängt letztlich von der Ausstattung der Wohnung ab. Den zusätzlichen Beitrag wegen einem Gegenstand im Wert von 200 Euro zu zahlen, lohnt sich wohl eher nicht. Wer sich jedoch z.B. ein teures Induktionskochfeld für über 1.000 Euro angeschafft hat, sollte über einen Abschluss nachdenken.

Die Mietkautionsversicherung

Ergänzend soll hier noch die Mietkautionsversicherung aufgeführt werden. Die Kaution nimmt in vielen Mietverhältnissen eine beträchtliche Summe von bis zu drei Monatsmieten ein. Um diesen Betrag nicht als Einmalbetrag stemmen zu müssen, können Mieter die Mietkaution über eine Versicherung hinterlegen. Diese leistet im Schadensfall an den Vermieter. Jedoch ist anzumerken, dass die Versicherung die Schadenssumme für den Mieter lediglich vorstreckt, und sich das Geld von diesem später erstatten lässt. Deshalb handelt es sich trotz der Bezeichnung als Versicherung vielmehr um eine Bürgschaft. Bürge ist der Versicherer, welcher die Ansprüche des Vermieters aus dem Mietvertrag absichert. Hier gelangen Sie zur Funktionsübersicht der Police.
Der Mieter zahlt für die Dienstleistung einen jährlichen Beitrag. Die Beitragshöhe richtet sich nach der vom Vermieter verlangten Kautionssumme, und beträgt z.B. bei 1000 Euro je nach Anbieter zwischen 45 und 50 Euro. Für Mieter mit knappem Budget ist der Abschluss sinnvoll. Wer jedoch beim Umzug über genug Reserven verfügt, sollte die Kaution eher in bar hinterlegen.

Fazit

Letztendlich hängt es immer von der eigenen Risikobereitschaft sowie dem Geldbeutel des Mieters ab, welche Policen in Anspruch genommen werden. In der Tat ließen sich die laufenden Kosten zwar reduzieren, wenn auf zusätzlichen Schutz verzichtet wird. Doch der persönliche Schaden kann dann entsprechend hoch ausfallen, wenn der eigentlich leicht abzusichernde Fall eines Tages eintritt.

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